Bayernrundschau

Bayernrundschau

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Bayernrundschau

Übertragung des 6-mal jährlich erscheinenden Tonträgers

Eine Zeitschrift des BBSB für hör-/sehbehinderte Menschen und MitarbeiterInnen des BBSB

Nr. 4, Juli 2026

Redaktion: Jutta Winter

(Die Übertragung in Schriftform besorgt Dr. Aleksander Pavkovic)

Der Punktschriftausdruck ist für hör-/sehbehinderte Mitglieder des BBSB kostenfrei. MitarbeiterInnen erhalten den Schwarzschrifttext digital.

Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e. V.

Arnulfstraße 22, 80335 München

Telefon: (089) 55988-0, Telefax: (089) 55988-266

E-Mail: info@bbsb.org, Internet: www.bbsb.org

Anschrift der Redaktion:

Jutta Winter

Mainstr. 7

91052 Erlangen

Telefon: (09131) 39274

E-Mail: jw.erl@t-online.de

Liebe Leserinnen und Leser,

ich begrüße Sie ganz herzlich zur Bayernrundschau im Juli 2026. Wir haben diesmal ein volles Programm. Sie werden in der Audioausgabe viele Stimmen hören. Wir beginnen wie immer mit dem Bericht aus dem Landesvorstand. Sie hören ein Interview mit Pfarrer Gerald Kick von der evangelischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge. Auch das 40-jährige BIT-Jubiläum wird erneut ein Thema sein. Es gibt auch wieder interessante Veranstaltungshinweise und vieles mehr.

Sie lesen Interviews, Berichte und Informationen, Stand: 8. Juni 2026.

Aus dem Landesvorstand

Jutta Winter: Ich begrüße ganz herzlich Tobias Michel, Mitglied im Landesvorstand. Hallo, Tobi.

Tobias Michl: Ja, hallo, liebe Jutta, hallo, liebe Hörerinnen und Hörer der Bayernrundschau. Ich freue mich sehr, dass ich heute wieder hier sein darf und über ein paar aktuelle Themen aus den letzten Vorstandssitzungen berichten darf.

Zuerst geht es um die E-Scooter. Das Thema E-Scooter ist und bleibt leider allgegenwärtig. Die Neufassung der Verordnung über Elektrokleinstfahrzeuge bringt leider nicht die erhoffte Ordnung zurück auf die Gehwege und so bleiben unter anderem willkürlich abgestellte E-Scooter eine Gefahr für blinde und sehbehinderte Menschen. Wir alle kennen das. Und wir sind deswegen politisch aktiv geworden und haben uns mit einem Schreiben direkt an das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr gewandt und fordern darin, dass sich die Bayerische Staatsregierung auf Bundesebene wieder für Verbesserungen der Regeln einsetzt. Unter anderem, und das kennen Sie auch schon, fordern wir und auch die ganze Selbsthilfe feste Abstellflächen für E-Scooter. Und natürlich muss auch der Schutz von taktilen Leitsystemen gewährleistet sein, weil die natürlich für uns Betroffene essentiell wichtig sind. Und die dürfen nicht mit irgendwelchen E-Scootern oder auch anderen Dingen verstellt werden. Jetzt können aber auch Sie direkt vor Ort aktiv werden. Wir haben nämlich mit der Aktion „Machen Sie den Weg frei!“ gegen das Abstellchaos auf Gehwegen ein Musterschreiben verfasst, welches Sie vor Ort aktiv nutzen können. Alle Infos und auch das Musterschreiben erhalten Sie natürlich in Ihrer Bezirksgruppe vor Ort.

Auch der Klimawandel war im Landesvorstand ein Thema. Nahezu tagtäglich hören, lesen oder sehen wir in den Nachrichten etwas über den Klimawandel. Und wir sind ja auch selbst jeden Tag davon betroffen. Egal ob es extreme Hitze ist, ob es zu kalte Winter sind oder heftige Unwetter. Die Folgen des Klimas oder des Wetters allgemein betreffen uns irgendwie alle. Und ich persönlich habe mir noch nie darüber Gedanken gemacht, ob ich jetzt als blinde Person von den Folgen des Klimawandels irgendwie gesondert beeinträchtigt bin. Und umso spannender fand ich es, als wir als BBSB von der Uni Augsburg eine Einladung erhalten haben, ob wir denn nicht ein neues Forschungsprojekt unterstützen möchten, nämlich ein Forschungsprojekt zum Thema Stärkung der Klimaresilienz von Menschen mit Behinderung. Und wir haben uns damit beschäftigt und fanden das total super, dass wir angefragt wurden und auch total spannend und haben dann natürlich zugestimmt. Und so wird es jetzt sein, dass wir dieses dreijährige Forschungsprojekt insbesondere fachlich unterstützen werden. Vor allem unser BIT-Zentrum wird dort aktiv mitarbeiten, wird zum Beispiel Materialien barrierefrei aufbereiten, Unterlagen barrierefrei aufbereiten und natürlich werden wir das Forschungsprojekt auch in der Kommunikation unterstützen und natürlich auch unsere Fachexpertise oder Meinung, aus Sicht von blinden und sehbehinderten Menschen einbringen. Also das wird megainteressant. Wir freuen uns auf die Kooperation und werden auf jeden Fall weiterhin davon berichten und wir hoffen, dass Sie auch auf die Ergebnisse so gespannt sind wie wir. Ist mal etwas Neues.

Winter: Was gibt es zur Arbeitsmarktpolitik zu berichten?

Michl: Ja, die Arbeitsmarktpolitik ist ja eines unserer Schwerpunktthemen. Wir haben hierzu im letzten Jahr bereits ein Positionspapier veröffentlicht, in dem es bisher vorrangig um die digitale Barrierefreiheit zum Beispiel von Arbeitsplatzsoftware ging oder um die barrierefreie Ausgestaltung von Arbeitsplätzen oder Arbeitsassistenz. Nun wollten wir aber den Fokus auch noch auf das Thema Fachkräfte legen. Denn wir als BBSB sind der Meinung, dass Menschen mit Behinderungen und somit auch blinde und sehbehinderte Menschen eigentlich die besten Fachkräfte von heute und morgen sind. Gut ausgebildete und qualifizierte betroffene Menschen können hier durchaus Lücken füllen und darauf wollen wir aufmerksam machen. Deshalb haben wir unser Positionspapier um drei neue Forderungen ergänzt. Konkret bedeutet das, dass wir erstens bei zukünftigen Förder- und Konjunkturprogrammen für Produkte und Dienstleistungen von Anfang an die Barrierefreiheit fordern. Des Weiteren sollte Software, die auf dem Open Source Standard entwickelt wird, auch von Anfang an barrierefrei sein. Also auch hier bei der Entwicklung sollte die digitale Barrierefreiheit von Anfang an sichergestellt sein. Und zu guter Letzt sind wir der Meinung, dass zum Beispiel das Wirtschaftsministerium, staatliche Behörden, Einrichtungen, Körperschaften noch viel mehr für dieses Thema „Menschen mit Behinderung als Fachkräfte“ sensibilisieren sollte. Da ist ungenutztes Potenzial aus unserer Sicht. Hier könnten zum Beispiel Kampagnen, Vorträge usw. helfen, um einfach zu zeigen, dass Menschen mit Behinderung eigentlich gute Fachkräfte sind und Lücken schließen können. Das vollständige Positionspapier wird dann auch in naher Zukunft dann zum Beispiel auf unserer Website auch zur Verfügung stehen. Unsere Themenpartner Judith Faltl, Karl Depner und Steffen Erzgraber haben diese neuen Positionen auch direkt genutzt und so gab es Anfang Mai auch schon die ersten Gespräche im Bayerischen Landtag, zum Beispiel mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums, und natürlich werden wir hier auch weiter dran arbeiten.

Winter: Was gibt es zum Thema Kinder- und Jugendhilfe zu berichten?

Michl: Ja, die unbequemen Nachrichten in Sachen Sozialpolitik aus Berlin reißen nicht ab. Im Frühjahr hat das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen ersten Referentenentwurf für ein erstes Strukturgesetz der Kinder- und Jugendhilfe veröffentlicht und verbreitet. Das ist bei vielen erstmal nicht so gut angekommen. Auch unser Dachverband, der DBSV, übt darin sehr, sehr scharfe Kritik. Dieser Kritik schließt sich der BBSB auch uneingeschränkt an.

Was bedeutet das konkret: Frau Möller, das ist die stellvertretende Geschäftsführerin des DBSV und die Chefjustiziarin, die sich mit diesen Gesetzen sehr gut auskennt, fasste so zusammen, dass eben individuelle Unterstützungsmaßnahmen für Kita Schule und Hochschule mehr oder weniger durch aktuell noch überhaupt nicht konkret definierte Infrastrukturmaßnahmen ersetzt werden sollen. Also hierunter fallen zum Beispiel auch die ganzen Themen wie Schulbegleitung und so weiter. Dieser Referentenentwurf ist sehr, sehr umfangreich. Es gab auch schon von anderen Verbänden viel Kritik und derzeit wühlt man sich durch die seitenlangen Gesetzestexte und versucht, entsprechende Auswirkungen zu evaluieren. Auch wir sind dran, insbesondere Vorstandsmitglied Franziska Weigand und Herr Erzgraber schauen sich hier diese ganzen Gesetzestexte an und versuchen auch konkret herauszuarbeiten, welche Auswirkungen das jetzt auch zum Beispiel für uns in Bayern hätte. Wichtig zu wissen ist: Es handelt sich aktuell noch um einen Referentenentwurf, also noch kein fertiges Gesetz. Also man kann durchaus noch Einfluss nehmen und deswegen ist es wichtig, dass wir hier als Selbsthilfe gemeinsam mit anderen Verbänden an Stellungnahmen und so weiterarbeiten.

Winter: Was gibt es Neues bei der Bayerischen Hörbücherei?

Michl: Ja, es gibt interessante Nachrichten von der BBH. Es wurde der Vorstand neu gewählt. Vielleicht kurz vorab zur Einordnung, falls Sie es nicht wussten: Die BBH befindet sich in Trägerschaft eines eingetragenen Vereins, nämlich der Bayerischen Hörbücherei für Blinde, Sehbehinderte und Lesebeeinträchtigte e. V. Und genau für diesen Trägerverein muss eben regelmäßig laut Satzung und laut Gesetz ein neues Vorstandsgremium gewählt werden. Als neue Vorsitzende wurde Martina Harnisch-Bethke gewählt. Als neue stellvertretende Vorsitzende, und darüber freuen wir uns besonders, wurde Franziska Weigand gewählt. Und somit ist Franzi sowohl beim BBSB im Vorstand als auch in der BBH. Als weitere Beisitzer im Vorstand wurden Bernhard Claus, Dr. Thomas Krämer und Karin Unmus gewählt. Ein großes Dankeschön geht an Christian Seuß, der 21 Jahre lang im Vorstand der BBH war und nun nicht mehr zur Wiederwahl angetreten ist. Christian, vielen Dank dir für dein langjähriges Engagement.

Falls Sie Hörerinnen oder Hörer bei der BBH sind, wird sich für Sie nichts ändern oder zumindest nichts groß ändern. Margarete Rathe und das gesamte Team der Hörerberatung usw. stehen ihnen in der BBH-Geschäftsstelle weiterhin wie gewohnt zur Verfügung. Aber im Hintergrund hat sich im Vorstand etwas getan und da freuen wir uns und vor allem freuen wir uns auf eine weitere gute und kooperative Zusammenarbeit und wünschen allen Neugewählten alles Gute.

Zum Schluss ein kurzer Streifzug durch drei wichtige Themen, die uns als Landesvorstand sehr am Herzen liegen. Zum einen freut es uns sehr, dass Herr März nun erfolgreich als stellvertretender Hoteldirektor im AURA-HOTEL Saulgrub gestartet ist. Er hat auch gemeinsam mit Herrn Dick schon unsere Landesgeschäftsstelle in München besucht und hat dort die Aufgaben der Kolleginnen und Kollegen kennengelernt. Und gemeinschaftlich freuen sich Herr Dick, Herr März und das gesamte Team des AURA-HOTELs auf Ihren Besuch in den kommenden Wochen und Monaten. Also gerne mal vorbeischauen.

Außerdem möchten wir uns einmal bei Ihnen und auch bei den Kolleginnen und Kollegen der Hilfsmittelberatung bedanken. Das BIT-Zentrum steht ja dieses Jahr sowieso ein bisschen im Fokus: 40 Jahre Jubiläum, tolle Rabattaktionen usw. Da steht viel an. Wir haben auch darüber berichtet, oder Sie kennen es vielleicht auch schon. Was uns als Landesvorstand aber sehr gefreut hat, ist, dass über 220 Besuchende bei der letzten Frühjahrsausstellung in München waren. Das ist eine tolle Zahl. Vielen Dank, dass Sie unsere Angebote auch in Anspruch nehmen. Und vor allem vielen Dank an die Kolleginnen und Kollegen, die hier wirklich mehrmals im Jahr tolle Beratungs- und Begegnungsangebote auf die Beine stellen.

Zu guter Letzt möchte ich auch im Namen von Judith Faltl ein großes Dankeschön an alle Leserinnen und Leser von BBSB-Inform sagen. Wir haben im Frühjahr ja 20 Jahre Jubiläum gefeiert und es macht uns wirklich immer Freude, jeden Tag wichtige Nachrichten an Sie zu verbreiten. Sollten Sie BBSB-Inform – unseren Newsletter – noch nicht abonniert haben, machen Sie das gerne, denn auch wir als Landesvorstand verbreiten dort regelmäßig mal zwischendrin Updates und aktuelle Nachrichten zu bestimmten Themen. Wenn Sie BBSB-Inform abonnieren wollen, schicken Sie eine leere E-Mail an bbsb-inform-subscribe@lists.bbsb.org. Auch am Telefon können Sie BBSB in Form hören. Wählen Sie 0871 7000 14000.

Auch persönlich möchte ich ein bisschen Werbung machen zum Schluss, und zwar geht es um unseren WhatsApp-Kanal. Sollten Sie WhatsApp nutzen und Sie hätten auch den BBSB als Kanal gerne abonniert, dann ist das auch möglich. Seit mittlerweile zwei Jahren sind wir auf WhatsApp. Einfach https://whatsapp.bbsb.org/ in Ihrem Browser auf dem Mobiltelefon eingeben, wenn WhatsApp vorher schon installiert ist. Dann wird auch der Kanal automatisch aufgemacht und Sie können uns direkt abonnieren. Ansonsten gibt es alle Adressen zu Social Media, zu Podcasts usw., wie immer auf unserer neu gestalteten Website. Über das hat ja Dr. Stefan Insam in der letzten Ausgabe schon berichtet. Vielen Dank fürs Zuhören. Vergelt‘s Gott und bis zum nächsten Mal.

Winter: Herzlichen Dank.

Pfarrer Gerald Kick verabschiedet sich in den Ruhestand

Am 1. Juni 2014 hat Pfarrer Gerald Kick als Landeskirchlicher Beauftragter für die Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in der Evangelischen Kirche in Bayern die Nachfolge von Pfarrer Lothar Süß angetreten. Am 1. Juli 2026 verabschiedet sich Pfarrer Gerald Kick nun in den wohlverdienten Ruhestand. Aus diesem Anlass habe ich mich mit ihm über seine zwölfjährige Tätigkeit bei der evangelischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge unterhalten. Ich habe ihn zunächst gefragt, wie er zu diesem Amt gekommen ist.

Gerald Kick: Ja, da gibt es keinen vorgezeichneten Weg. Das ist auch nichts, was man sich quasi als Lebenstraum wünschen kann und für sich so organisieren kann. Bei mir war es so, es gibt ja das sogenannte Kirchliche Amtsblatt, wo immer alle freien Stellen jeden Monat aufgelistet werden. Und da habe ich dann die Ausschreibungen gefunden. Und die Ausschreibung – ja, sie war natürlich für mich ein bisschen exotisch: Da waren Begriffe drin, mit denen ich gar nichts anfangen konnte, mit „Daisyfizierung“ und anderen blindenspezifischen Dingen, die da schon erwähnt wurden. Und ich dachte: Naja, ich weiß zwar nicht viel davon, habe mich zwar ein bisschen informiert, aber es klingt spannend. Und dieses bisschen Exotische, das Spannende, das hat mich angesprochen und erst eigentlich im Nachhinein habe ich gemerkt: Mensch, ja, so ein paar Verbindungen hatte ich doch schon auch zu blinden Menschen. Mein Großvater war nahe am Erblinden durch einen Grünen Star. Eine Tante war wegen Diabetes erblindet. Also das habe ich dann schon so ein bisschen mitbekommen, aber es war in keiner Weise das Ausschlaggebende, sondern wirklich diese Anzeige im Kirchlichen Amtsblatt.

Winter: Welche Angebote hat die Blinden- und Sehbehindertenseelsorge?

Kick: Wir sind von der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge quasi viergleisig unterwegs. Das eine sind unsere Veranstaltungen, die wir schon seit vielen Jahren (auch schon lange bei meinem Vorgänger Lothar Süß) hatten. Das sind Begegnungsnachmittage hier vor Ort in Nürnberg. Das sind aber mittlerweile auch Formate am Telefon, zum Beispiel Bibelgespräch am Telefon. Das sind dann auch spezielle Angebote für Menschen mit Mehrfachbehinderungen. Da denke ich an das sogenannte Bibelbrunch, also ein gemeinsames Frühstück mit Gesprächen, das sehr, sehr wichtig ist, das meine Kollegin Katrin Biendl betreut. Ja, und natürlich verreisen wir auch mindestens einmal im Jahr und das ist auch ganz wichtig, weil es bei uns bei Reisen eben auch darauf ankommt, dass wir die Gemeinschaft pflegen, dass wir immer auch ein Thema haben, dass wir einbringen und das ist also ein bisschen auch ein geistliches Verreisen, nicht nur ein touristisches. Es ist immer eine Kombination aus Ausflug und einem Thema. In diesem Jahr geht es ja an den Bodensee und da haben wir natürlich das Thema Boote, das wir dann biblisch beleuchten, aber auch persönlich und auf die Weise uns auch austauschen. Ja, und über diese Freizeiten hinaus dann sind unsere Audioformate auch wichtig, unser Gideon Presserundblick, wo wir nicht nur aus dem kirchlichen Leben berichten, sondern einfach zu interessanten Themen, die fürs Leben wichtig sind, die interessant sind. Und ganz wichtig auch in den letzten Jahren für mich als spirituelles Angebot unsere sogenannten ökumenischen Alltagsexerzitien, wo wir in der Zeit vor Ostern, für fünf Wochen, für jeden persönlich quasi Meditationsangebote auch per Audio-CD machen und das kommt auch gut an. Und ja, wichtig ist natürlich auch in meinem Amt die Vernetzung, sei es eben in der Ökumene, aber auch die Vernetzung deutschlandweit mit den anderen Blindenseelsorgen, in den anderen Landeskirchen. Ganz wichtig ist auch die Vernetzung mit den Vertreterinnen und Vertretern des BBSB und anderer Blindenverbände. Und ja, dann zum Schluss, unser Name ist ja Blindenseelsorge, natürlich auch die vielen, vielen Gespräche seelsorgerlicher, die dazu gehören, die Begleitungen in bestimmten Lebenssituationen, wo wir aktiv auch anrufen, gerade auch da ist es wieder Katrin Biendl, die den ganzen Tag am Telefon verbringt und die Menschen, die sie kennt, entweder zu Geburtstagen anruft oder zu besonderen Lebenslagen. Das ist also auch nochmal unser wesentliches Merkmal.

Winter: Bei den seelsorgerlichen Gesprächen, spielt Blindheit oder Sehbehinderung da eher oft eine große Rolle?

Kick: Ganz unterschiedlich, je nach Person. Also manchmal spielt es eine große Rolle. Oft fragen wir auch erstmal nach: Wie geht es Ihnen mit Ihrer Sehbehinderung, mit Ihrer Erblindung? Was sind gerade die momentanen Herausforderungen? Und dann kannst du auch mal da sehr intensiv und tiefer gehen. Manchmal aber ist es gar nicht so aktuell und es geht um ganz andere Bereiche. Es geht vielleicht dann eher um die Familie, es geht um die Einsamkeit, es geht darum, von Menschen auf einmal gemieden zu werden. Also vieles spielt eine Rolle und wir haben natürlich gerade in der Corona-Zeit gemerkt, wie sehr die Einsamkeit die Menschen beschäftigt hat, gerade diejenigen, die wir in den Altenheimen angerufen hatten. Das war eigentlich dann das Hauptthema. Aber durchaus immer wieder mal geht es auch um die Sehbehinderung, wobei es da eben dann auch um die Schwierigkeiten geht, wie man von anderen behandelt wird und dergleichen. Wir beraten ja nicht in technisch-medizinischen Fragen.

Winter: Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten zwölf Jahren verändert?

Kick: Ich habe ja ein gut bestelltes Arbeitsgebiet von Lothar Süß übernommen. Da waren ja viele Veranstaltungen schon von ihm vorbereitet. Ich musste da jetzt nicht so viel Neues überlegen. Das hat sich dann erst so im Laufe der Jahre ergeben, dass ich dann doch überlegte, was sind denn eigentlich so meine Interessen und Schwerpunkte, was könnte ich vielleicht auch nochmal ändern. Und da kam dann hinzu, dass ich einerseits dann mehr Ehrenamtliche, auch blinde Ehrenamtliche, einbezogen hatte als Musiker, aber auch als Tonmeister für unser Hörmagazin, dass wir die auch bezahlt haben – also nicht nur als Ehrenamtliche engagiert haben, sondern ihnen durchaus auch ein Honorar gegeben haben. Weitere Dinge waren dann, dass wir, gerade durch Corona angestoßen, immer mehr gemerkt haben, wie wichtig auch die Telefonformate sein können. Das Bibelgespräch habe ich schon erwähnt, aber auch unsere Leitungsgremien haben wir dann auf Telefonkonferenzen verlegt und vieles mehr. Das war dann auch etwas Neues, was wir erstmal lernen mussten, aber was einfach natürlich für uns wichtig war, denn wir sind ja nur eine Stelle ganz zentral in Nürnberg, die ganz Bayern abdeckt, und dann können uns natürlich nicht alle besuchen. Und da ist es dann wichtig, dass man wenigstens übers Telefon verbunden bleibt. Hinzu kam dann noch die Vernetzung zu anderen Einrichtungen: Ich weiß noch ein gemeinsames Projekt mit der Hildesheimer Blindenmission, wo wir die Ausstellung „Kunstklusiv“ nach Bayreuth geholt haben, eine Ausstellung, die vorher in Hildesheim lief. Und das hat auch viel Spaß gemacht, dieses auszuarbeiten, mit meinem Kollegen in Hildesheim zu arbeiten und dies zu besprechen. Also auch sowas habe ich dann im Laufe der Jahre mit einführen können und das war ganz wichtig. Mein Höhepunkt war dann eben der Nürnberger Kirchentag, der ja für uns schon was Besonderes war, ein Kirchentag vor Ort, ein Kirchentag, wo wir natürlich als Bayern uns auch besonders einbringen konnten. Und dann war sogar der Bundeskanzler am Stand, der sich da für unsere Arbeit auch interessiert hat. Das war dann schon wirklich ein Höhepunkt im Laufe dieser zwölf Jahre.

Winter: Wie wird die Blinden- und Seebehindertenseelsorge durch die evangelische Kirche in Bayern gefördert?

Kick: Die Blinden- und Sehbehindertenseelsorge ist ein Arbeitsbereich der Evangelischen Landeskirche. Von daher haben wir einen Haushalt, der auch von der Evangelischen Kirche getragen wird. Sämtliche Personalkosten übernimmt die Kirche und die meisten laufenden Ausgaben, Materialkosten und so weiter auch. Darüber hinaus haben wir natürlich auch einen Sonderbedarf, der dann den kirchlichen Haushalt auch etwas sprengt, wenn wir zum Beispiel dann so etwas wie diese Freizeiten stemmen und dann Assistenzpersonen auch unterstützen, indem wir einen Teil von deren Kosten übernehmen oder indem wir uns etwas Besonderes leisten wie etwas größere Projekte, dann sind wir dankbar, dass wir Rücklagen haben durch Spenden, aber auch durch Erbschaften, dass wir auf die zurückgreifen können und dass wir auf die Weise nicht ganz knallhart unseren Haushalt und die Vorgaben erfüllen müssen, sondern auch ein bisschen locker auch noch aus unseren Rücklagen etwas nehmen können, zum Beispiel auch um eben die Honorare für unsere blinden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu übernehmen.

Winter: Ist Ihre Nachfolge schon bekannt und wird die Stelle in gleichem Maß gefördert?

Kick: Ja, seit einigen Wochen ist bekannt, wer meine Nachfolgerin wird. Sie heißt Stephanie Harkort, ist Diakonin und hat im letzten Jahr auch schon mal vertretungsweise ein halbes Jahr bei uns gearbeitet. Von daher ist sie durchaus vertraut mit dem Arbeitsfeld, was natürlich sehr viele Vorteile hat, denn sie wird von mir nicht mehr eingearbeitet werden können, weil sie erst zum 1. September dann ihren Dienst beginnt und dann auch nur noch eine halbe Stelle haben wird. Da sieht man, dass auch bei der evangelischen Kirche mittlerweile nicht nur gespart wird finanziell, sondern dass wir auch nicht mehr genug Personal haben, dass uns einfach die hauptamtlichen Mitarbeitenden fehlen und deswegen diese Stelle nicht mehr 1:1 zu 100 % besetzt werden kann. Aber immerhin ist sie nicht befristet und wir haben mit Stephanie Harkort – die wie gesagt Diakonin ist, keine Pfarrerin –, mit ihr haben wir sicherlich eine sehr kompetente, sehr freundliche und sehr soziale Mitarbeiterin, die die Arbeit dann sehr gut machen wird.

Winter: Die Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in der Evangelischen Kirche in Bayern ist korrespondierendes Mitglied im BBSB. Korrespondierende Mitglieder im BBSB sind Organisationen und Institutionen, die im Blinden- und Sehbehindertenwesen in Bayern tätig sind. Wie war denn die Zusammenarbeit mit dem BBSB?

Kick: Ja, die Zusammenarbeit war immer sehr eng, vor allem natürlich auf lokaler Ebene, sprich: die Bezirksgruppe Mittelfranken, wo wir ja nicht nur regelmäßige Treffen und Austausch haben, sondern auch Veranstaltungen wie Ausflüge gemeinsam geplant haben. Da war es sehr eng, aber auch die übrigen Bezirksgruppen und natürlich auch die Landesstelle habe ich über die Landestagungen immer wieder auch kennenlernen dürfen. Ich war bei den Landestagungen immer dabei, die in den letzten zwölf Jahren stattfanden, und da war mir der Austausch auch sehr wichtig. Ich habe auch versucht, immer wieder Punkte einzubringen, die quasi den BBSB mit inspirieren können und vielleicht auch dort nochmal Dinge verändern. Ich habe berichtet von dem Schutzkonzept der evangelischen Kirche zur Prävention von sexualisierter Gewalt, das wir von der Blindenseelsorge natürlich auch für uns anpassen wollten und das wir auch im Januar verabschiedet haben, und habe natürlich da auch Herrn Erzgraber gefragt, wie weit da der BBSB schon aufgestellt ist in der Richtung, und merke: Da kann der BBSB auch vielleicht von uns lernen, wie wir quasi gerade unser Konzept an die Bedürfnisse von sehbehinderten und blinden Menschen ausgerichtet haben. Und das könnte sicherlich langfristig auch für den BBSB interessant sein, wenn es mal darum geht, da nochmal ein besonderes Schutzkonzept auszuarbeiten. Darüber hinaus ist es einfach für mich wichtig gewesen, diesen Austausch zu haben, den Menschen zu begegnen. Und es waren meistens sehr beglückende Begegnungen, zum Beispiel auch gerade bei den Stammtischen in verschiedenen Orten oder auch sonst, wo wir uns über den Weg gelaufen sind.

Winter: Was wünschen Sie sich für die Zukunft über Ihre Arbeit hinaus?

Kick: Ich freue mich erstmal drauf. Einmal natürlich werde ich sowohl mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge die Blinden- und Sehbehindertenseelsorge verlassen, denn wie bei jeder Arbeit und in jedem Arbeitsbereich gibt es natürlich nicht nur glückselig machende Aufgaben, es sind halt auch viele Gremiensitzungen dabei, es ist viel Umstrukturierung dabei gewesen in den letzten Jahren, manches, was halt dann nicht ganz so angenehm war und wo ich dann dankbar bin, dass mich das dann weiter nicht mehr beschäftigen wird. Dazu gehört jetzt natürlich auch der Abschied von den vielen Menschen, von den vielen Begegnungen, von Lebensgeschichten, die mich über fast zwölf Jahre begleitet haben, manche Menschen, die ich auch beerdigen musste und die Angehörigen begleiten. Auch das gehörte dazu und war aber natürlich im Rückblick auch für mich ein sehr, sehr wichtiges und irgendwo auch sehr befriedigendes Arbeiten. Und jetzt ja, wie wird es weitergehen? Ich werde mehr Zeit verbringen können in der Heimat meiner Frau in Finnland. Wir werden dort natürlich dann gerade im Sommer auch viele Wochen verbringen. Es wird auch sehr viel praktische Arbeit für mich geben, sprich Holzspalten, einfach vorbereiten, dass auch dann der Saunaofen gut geheizt werden kann und solche Dinge. Also ich kann mich dann durchaus auch ein bisschen mehr handwerklich betätigen als bisher. Und ich freue mich natürlich dann irgendwann, vielleicht dann ab Herbst, dann auch auf Ehrenämter, die dann wahrscheinlich nicht so sehr im Blinden- und Sehbehindertenbereich liegen werden. Aber im Rahmen der Kirche wird es sicherlich was geben, wo ich mich engagieren kann. Oder auch in völlig neuen Bereichen, die dann vielleicht eher zu meinen Hobbys passen. Und da lasse ich mich mal ganz spontan drauf ein. Ich kann da auch schon ein bisschen abschauen, was meine Frau so macht, denn die ist ja schon im Ruhestand und ich habe da bemerkt, dass sie durchaus sehr glücklich ist mit ihrem Unruhestand, auch mit ihren ehrenamtlichen Aufgaben.

Ja, ich danke dem BBSB für die jahrelange Zusammenarbeit. Es hat mir wirklich immer sehr viel Freude gemacht und war für mich eine ganz wichtige Stütze, denn Selbsthilfe ist ganz, ganz wichtig in allen Bereichen der Behindertenunterstützung. Und von daher habe ich da sehr viel gelernt, habe gute Kontakte gehabt und wünsche allen Mitarbeitern weiter ein gutes Vorankommen, immer genügend Mitarbeitende für die vielfältigen Aufgaben und natürlich auch ein richtiges und hartnäckiges Am-Ball-Bleiben, wenn es um die politischen Prozesse geht. Da kann ich nur sagen, viel Rückenwind und viel Unterstützung und da sind wir von der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge weiterhin auch Partner und wollen uns da auch im Team verstehen und sind gerne auf der Seite der Anliegen. Und das ist einfach so nochmal mein Wunsch.

Winter: Herzlichen Dank für dieses Gespräch und alles Gute für die Zukunft.

Kick: Vielen Dank für das Interview.

Aus den Bezirksgruppen

Winter: Ich habe wieder die schöne Aufgabe, langjährige Mitglieder unseres Vereins bekannt zu geben. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch allen Jubilaren und alles Gute für die Zukunft.

Oberbayern-Rosenheim

Die Bezirksgruppe ehrte 2026 24 Personen für zehn Jahre und fünf Personen für 25 Jahre Mitgliedschaft im BBSB. 40 Jahre haben unserer Organisation die Treue gehalten Manfred Dahlberg und Renate Hunsberger, und für 50 Jahre Mitgliedschaft im BBSB wurde Ingrid Lischke geehrt.

Schwaben-Augsburg

Die Bezirksgruppe ehrte 2026 22 Personen für zehn Jahre und sieben Personen für 25 Jahre Mitgliedschaft im BBSB. Für 40 Jahre Zugehörigkeit zum Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund wurden geehrt Maria Hauptmann, Helmut Kahlig, Jenny Casper, Michael Köhlmoos, Manfred Naß und Dieter Rudolf Schmidt, und 50 Jahre haben unserem Verein die Treue gehalten Gerlinde Andraschko, Hermann Handl, Paulus Jacob, Peter Joas und Manfred Raab, und für 60 Jahre Mitgliedschaft im BBSB wurde Hans Jagdhuber geehrt.

Unterfranken-Würzburg

Die Bezirksgruppe ehrte 2026 45 Personen für zehn Jahre und 16 Personen für 25 Jahre Mitgliedschaft im BBSB. Für 40 Jahre treue Zugehörigkeit zu unserer Organisation wurden geehrt Brigitte Brückner, Ralf Endres, Klaus Gutenthaler, Karl Heinz Rückel, Erwin Schmidt, Hans Schmidt, Peter Staub, Heide Stockheim, Karin Trabold, Wolfgang Tremme und Claudia Weigel, und 50 Jahre haben dem BBSB die Treue gehalten: Heinrich Gschwind und Gertraud Halbig.

Sport

Schach

Über Ostern 2026 fand im AURA-HOTEL Saulgrub wieder die offene Bayerische Meisterschaft im Schach statt. Acht Spieler kämpften in fünf Runden um den Titel und die Platzierungen.

Am Ende siegte Anton Lindenmair aus Augsburg mit 4,5 Punkten. Für den Titelverteidiger Robert Drasch aus München reichte es diesmal nur zu Rang 2. Er erreichte wie auch der Drittplatzierte, Matthias Steinhardt aus Freiberg bei Stuttgart, 3,5 Punkte.

Herzlichen Dank, Anton Lindenmair, für die Übermittlung der Ergebnisse.

40 Jahre BIT-Zentrum

Teil 3: Die Menschen hinter der Arbeit

Hören Sie einen Beitrag von Robert Müller, Leitung Beratungs-, Informations- und Textservice-Zentrum.

Geschichten aus dem BIT-Zentrum: 40 Jahre BIT-Zentrum

Robert Müller: Aus Anlass des Jubiläums beleuchten wir in den kommenden Ausgaben der Bayernrundschau in loser Folge jeweils bestimmte Ereignisse und Entwicklungen aus dem BIT-Zentrum. Folge 3: die Menschen hinter der Arbeit.

Heute stelle ich euch die Menschen, die im BIT-Zentrum die tatsächliche Arbeit machen, vor. Weil es hierzu einiges zu erzählen gibt, wird es dazu zwei Teile geben. Im ersten Teil reden wir über Dinge, die auf den Punkt gebracht werden müssen, fühlbar bessere Arbeit, wir machen ein Ausflug in Magie und Zauberei und Bestaunen einen der letzten noch existierenden Universalgelehrten. Viel Vergnügen.

Herzlich willkommen zur Vorstellung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des BIT-Zentrums. Heute habe ich neben mir Regine Gebhard und Frau Gebhardt kann zaubern. Sie macht wunderliche Dinge. Regine, vielleicht kannst du dich bitte kurz vorstellen und sagen, was du machst.

Regine Gebhardt: Hallo, mein Name ist Regine Gebhardt und ich bin seit fast 14 Jahren im BIT-Textservice beschäftigt. Ich komme eigentlich aus der Medienbranche, bin gelernte Schriftsetzerin, was mir in meiner jetzigen Tätigkeit aber zugutekommt, da ich noch mit einigen Adobe-Programmen arbeite.

Müller: Und wenn ich von Zauberei spreche, was könnte ich damit meinen? Was sind deine Schwerpunkte im Bit?

Gebhardt: Also ich bin hauptsächlich für die Erstellung von barrierefreien PDF-Dateien zuständig. Die Bandbreite umfasst einseitige Pressemitteilungen, mehrseitige Flyer und Broschüren mit weit über 100 Seiten bis hin zu komplexen Formularen. Sobald die Erstellung von meiner Seite abgeschlossen ist, durchläuft jede Datei eine technische Prüfung. Und anschließend testet mein blinder IT-Kollege Dr. Aleksander Pavkovic die Dokumente auf Praxistauglichkeit. Diesen Luxus weiß ich übrigens sehr zu schätzen, da die technische Prüfung bei Weitem nicht alles abdeckt.

Müller: Wenn ich mir anschaue, wenn du eine Datei bearbeitest, vorher und nachher, dann sehe ich keinen Unterschied. Aber trotzdem ist etwas anderes. Wie wird eine Datei barrierefrei?

Gebhardt: Erst mal vorab: Ein normales PDF ist in der Regel für blinde und sehbehinderte Personen nur bedingt barrierefrei. Bei einem nicht barrierefreien PDF stimmt die Lesereihenfolge meistens nicht. Es gibt wenig Verlinkungen zu Webseiten, keine Überschriften, Listen sind als solche nicht ausgezeichnet, E-Mail-Adressen fehlen, es werden keine Alternativtexte für Bilder und Grafiken vorgelesen und so weiter und so fort. Das schlimmste Szenario und glücklicherweise eher die Ausnahme ist, wenn es sich bei dem PDF um eine eingescannte Vorlage handelt, also ein Bild. In diesem Fall lässt sich generell kein durchsuchbarer bzw. lesbarer Text erkennen. Im barrierefreien PDF hingegen wird eine Struktur angelegt, sogenannte Tags, die jedem Inhaltselement eine Bedeutung zuweisen, also Überschriften, Zwischenüberschriften, Listenelemente, Fußnoten, Verlinkungen und so weiter. All diese Tags sind für eine sehende Person auf den ersten Blick unsichtbar. Die größte optische Unterscheidung besteht wohl darin, dass man mit der Maus über ein Bild fährt und daraufhin der Alternativtext aufploppt. Hier lässt sich zumindest schon mal erkennen, dass sich jemand die Mühe gegeben hat, das Dokument zugänglich zu machen. Inwieweit dies dann allerdings auch wirklich gegeben ist, entscheidet ein Blick hinter die Kulissen, also in den Tagbaum des PDFs, beziehungsweise der Test mit der Sprachausgabe und dem technischen Prüfprogramm.

Müller: Also, wenn man in den Tagbaum schaut, dann erkennt man, was die Zauberei ist, also den Trick hinter der Zauberei.

Gebhardt: Richtig. Dazu muss man dann in Adobe Acrobat, das kann man nur dort einsehen, und dann sieht man die Überschriften, die Absätze, die Alternativtexte kann man ändern usw.

Müller: Gibt es denn Aufträge, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

Gebhardt: Ja, ich kann mich noch erinnern, als ich mich an meinem allerersten PDF versucht habe, das war 2012, und zwar die Chronik „50 Jahre AURA-HOTEL Saulgrub“. Damals hat Elmar Dosch noch meine ersten Ergebnisse geprüft. Er hatte viel Geduld mit mir, weil ich ihn ständig genervt habe, er möge doch bitte noch ein PDF testen und noch eins und noch eins. Ich habe mir das Thema weitestgehend selbst beigebracht und war dann sehr stolz auf mich, als die Chronik dann endlich barrierefrei war.

Schulungen machen mir auch Spaß, besonders wenn ich sehe, dass viele Personen genauso ehrgeizig an die Sache rangehen wie ich damals. Und abschließend: Das Thema barrierefreie PDFs wird immer wichtiger, auch gesetzlich, ist ja jetzt eine Vorgabe geworden. Und es ist gut, dass wir unseren Beitrag dazu leisten können.

Müller: Vielen Dank, Regine, für diesen wunderbaren Einblick in deine magischen Kräfte [beide lachen] beim barrierefreien Gestalten von Dateien.

Ich habe jetzt Martina Haidl bei mir sitzen. Und nach meinen Recherchen bist du diejenige, die schon am längsten im BIT-Zentrum tätig ist. Stimmt das?

Martina Haidl: Das ist gut möglich – von den jetzt noch hier Arbeitenden, ja. Ich bin seit genau 24 Jahren hier im BIT-Zentrum tätig, habe am 15. Mai 2002 hier angefangen und hatte damals das Glück, noch vom Elmar Dosch, unserem aller-allerersten Mitarbeiter im BIT-Zentrum, eingearbeitet zu werden.

Müller: Wenn man jetzt sagt, dass du die Dinge auf den Punkt bringst und fühlbar gute Arbeit leistest, was könnte damit gemeint sein?

Haidl: Oh, da muss ich jetzt mal scharf nachdenken [beide lachen] … Könnte es die Punktschrift sein? Genau genommen handelt es sich ja dabei um viele Punkte, nicht nur einen, außer es ist der Buchstabe A. Und genau diese geniale Erfindung von Louis Braille, die es ja schon über 200 Jahre inzwischen gibt, wird hier bei uns im BIT-Zentrum gedruckt, oder besser gesagt, von unseren Punktschriftdruckern ins Papier geprägt. Das Ergebnis ist also tastbar und ermöglicht es blinden Menschen, sich auf diese Art und Weise Texte zugänglich zu machen. Und auch wenn ich die Punktschrift selber nicht über den Tastsinn erfassen kann, fühlt sich das auch für mich gut an.

Müller: Jetzt hast du ja viele Aufgabenbereiche. Was ist denn neben der Brailleschrift noch das Format oder die Aufgabe, die du als besonders hervorheben würdest?

Haidl: Ja, wahrscheinlich das Wichtigste ist unser individueller Textservice, indem wir eben nicht nur Blindenschrift anbieten, sondern jede mögliche Erscheinungsform in barrierefreier Form für Blinde und Sehbehinderte. Das heißt also, dass sich blinde und sehbehinderte Texte jeder Art zugänglich machen lassen können, zum Beispiel kürzere Texte wie Lieder, Speisekarten, Bedienungsanleitungen, Broschüren oder auch Schulungsunterlagen oder auch ganze Romane, Kochbücher, Lehrbücher, Sprachbücher – alles ist möglich bei uns.

Müller: Gibt es bei all den Aufträgen welche, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

Haidl: Also, da gibt es natürlich viele in all den Jahren. Darf ich ein paar mehrere Beispiele nennen?

Müller: Wollen wir ausnahmsweise erlauben [beide lachen].

Haidl: Ein besonderer wiederkehrender Auftrag kommt von einer Dame aus Baltrum. Die lässt sich nämlich seit vielen, vielen Jahren jeden Herbst den Gezeiten- und Fährplan fürs nächste Jahr übertragen, der ist für sie also essentiell. Dann hat uns auch ein Herr eine ganze Zeit lang regelmäßig einen lateinischen Monatsrückblick von Radio Bremen in Braille übertragen lassen. Eine Dame hat immer wieder Aufträge in englischer Sprache, also englische Literatur, wie zum Beispiel Tolkien oder Lyrikbände. Was auch immer ganz interessant ist: Es kommen auch ab und zu mal sehende Personen auf uns zu und möchten Sachen übertragen lassen, zum Beispiel: eine Kundin hat Fanbriefe an Andrea Bocelli übertragen lassen oder auch Geburtstagsbriefe an die blinde Partnerin und ähnliches. So etwas wird natürlich bei uns vertraulich behandelt, wie auch Bescheide öffentlicher Art, also Gerichtsbescheide und so etwas. Das bekommen wir natürlich auch. Ja, besondere Herausforderungen waren einmal plattdeutsche Texte. Da gibt es keine Rechtschreibprüfung, die kontrollieren kann. Das heißt, man musste ganz genau hinschauen. Die Texterkennungssoftware kennt zwar viele Fremdsprachen, aber eben leider kein Plattdeutsch. Ja, das wären so ein paar Beispiele.

Müller: Wunderbar, das waren jetzt Beispiele für Brailleschrift. Jetzt weiß ich aber auch, dass du zum Beispiel auch die Designerin von unseren tastbaren Glückwunschkarten bist. Haben dir die viel Spaß gemacht?

Haidl: Klar, also die Tastkopien – das ist ja auch so eine Möglichkeit hier, um Abbildungen in tastbare Form zu bringen. Das können entweder Gebäudepläne, Grundrisse sein, aber eben auch mal schöne Bilder, wie zum Beispiel für unsere Geburtstagskarten oder Weihnachtskarten etc.

Müller: Wunderbar. Und dann möchte ich noch darauf hinweisen: auch wenn ich weiß, dass es jetzt nicht mehr so den großen Raum einnimmt, aber der individuelle Textservice gilt auch für Großdruck. Das stimmt schon weiterhin, oder?

Haidl: Ja, natürlich. Also für sehbehinderte Menschen bieten wir Großdruck an, eben in einer größeren Schriftgröße – bei uns momentan ist der Standardwert 20 und das wird gelegentlich nachgefragt. Wir haben auch zum Beispiel unsere Befehlslisten immer auch in Großdruck im Angebot und das wird auch immer noch nachgefragt. Was allerdings viel mehr Gewicht bekommen hat, sind die Dateifassungen und da sind es natürlich in der Regel Word-Dateien, die für die schnelle Zugänglichmachung von Texten für die meisten sehr gut verwendbar sind. Und bei den Dateifassungen kommt es eben darauf an, dass die eine gute Struktur haben, klar gegliedert sind mit Überschriften und anderen Textelementen, wie Listen und Aufzählungen usw. Ja, auch das ist natürlich ein großer Teil unserer Arbeit. Und da bieten wir auch Schulungen an, wie solche Dateien möglichst barrierefrei gestaltet werden können.

Müller: Dann sage ich vielen Dank für all die Informationen und es ist, glaube ich, sehr schön klar geworden, wie vielseitig die Aufgaben sind und wie sich das auch immer weiterentwickelt, je nach dem Stand der Technik. Vielen Dank, Tina!

Haidl: Langweilig ist mir noch nicht geworden [beide lachen].

Müller: Ja, und auch noch als kleiner Nachtrag hat mir Martina Heidel ein Herzensprojekt mitgeteilt. Und zwar hat sie vor über 20 Jahren, 2004, die Zeitschrift „In puncto Wissen“ ins Leben gerufen und konzipiert, ein Wissenschaftsmagazin in Blindenschrift, das es immer noch zu abonnieren gibt. Also wenn Sie daran Interesse haben. Jeden Monat gibt es da neue Informationen aus den Bereichen Wissenschaft. Und Sie bleiben damit am Ball.

Liebe Hörerinnen und Hörer, jetzt habe ich Dr. Aleksander Pavkovic neben mir. Und Aleksander, du bist in wahnsinnig vielen Wissensgebieten zu Hause, weißt auch auf fast alle Fragen Antwort. Bist du so etwas wie der letzte Universalgelehrte auf dieser Erde?

Aleksander Pavkovic: Ja, definitiv. Und das kann ich auch belegen [beide lachen]. Nein, also ich denke mir oft, wenn ich so Quiz-Sendungen verfolge – habe ich früher zumindest oft getan, „Wer wird Millionär?“ oder so –, da denke ich mir immer wieder: Huch, es gibt so unglaublich viele Dinge, die ich nicht weiß! Aber ich bin ein sehr neugieriger, sehr interessierter Mensch, von Anfang an. Also schon als Kind, als Jugendlicher habe ich sehr gern im Radio so Sachen gehört, wo man was Neues gelernt hat. Nachrichten, Hintergründe und so. Und wenn ich damals natürlich bei weitem nicht alles kapiert habe, aber ich habe vieles schon so aufgesogen. Wahrscheinlich kommt es daher.

Müller: Was ist denn so dein grundsätzlicher Hintergrund, sag ich mal, die Geschichte, bevor du zum BIT-Zentrum gekommen bist?

Pavkovic: Ja, diese Geschichte, wo fangen wir da an? Gehen wir vielleicht chronologisch rückwärts. Bevor ich im BIT-Zentrum war, war ich am bbs nürnberg, dem Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte. Das war 2010 bis 2013. Da war ich als IT-Trainer tätig. Ich habe also jungen Erwachsenen, die blind oder sehbehindert waren, zum Teil auch gerade erst frisch erblindet, gezeigt und erklärt, praktisch geübt mit Ihnen, wie man mit Computern, Smartphones und dergleichen umgeht. Das war also die Zeit direkt vorm BIT. Davor habe ich studiert und promoviert: ganz andere Sachen, gar nichts mit Informatik oder so, sondern Sprachwissenschaften und Politikwissenschaften. Ich bin also ein promovierter Slawist, hab‘ mich mit slawischen Sprachen vor allem beschäftigt. Als Student der Politikwissenschaft war ich unter anderem auch Praktikant beim Diplomatischen Dienst Sloweniens, da, so würde ich sagen, habe ich fürs Leben gelernt. Also auch wie man kommuniziert, wie man so miteinander redet, dass Gesichtswaren kommuniziert wird und so, kann ich heute alles gut brauchen. Und davor habe ich Abitur gemacht in München an einem ganz normalen städtischen Gymnasium. Geboren bin ich in der Stuttgarter Gegend, in Ludwigsburg, als Kind slowenischer Eltern, daher auch dieser slawische Familienname.

Müller: Wunderbar, und mit all diesem Vorwissen, was sind denn deine Aufgaben jetzt im BIT?

Pavkovic: Das kann man eigentlich in zwei Dingen zusammenfassen. Der eine Bereich ist Beratung und Schulung. Ich habe es schon so ein bisschen anklingen lassen: Das, was ich als IT-Trainer in Nürnberg gemacht habe, das mache ich zum Teil heute noch. Da geht es dann eher so in die Beratung. Also Leute rufen an, schreiben eine Mail oder so oder eben auch wirklich Schulung in Kleingruppen oder Einzeln. Und der andere Bereich ist alles rund um die Brailleschrift, rund um die Blindenschrift. Da setze ich Texte um, bereite sie entsprechend auf, lese sie Korrektur, sodass sie dann über unsere Braille-Drucker gehen oder digital versandt werden. Und bin auch, was die Brailleschrift angeht, seit einigen Jahren im Brailleschrift-Komitee der Deutschsprachigen Länder, also dem siebenköpfigen Gremium, das zum Beispiel Lehrwerke, Übersichtstabellen – wie setzt man etwas in Braille usw. –, herausgibt.

Müller: Jetzt haben wir immer mehr Maschinen, es gibt neue Programme und auch die künstliche Intelligenz übernimmt stetig mehr Aufgaben. Wo zeigt es sich bei deiner Arbeit, dass es den Menschen doch noch braucht?

Pavkovic: Den Menschen wird es überall da brauchen, wo die Antworten auf die Fragen der Menschen nicht so standardisiert sind, wo man sie nicht so einfach machen kann wie bei irgendeinem üblichen Standard-Vorkommen, was man millionenfach macht. Das findet sich alles im Internet und das kann ja die KI auch gut. Sie kann ja mittlerweile sogar Anrufe entgegennehmen und darauf antworten, so im medizinischen Bereich oder so: Man spricht mit einem Chatbot am Telefon und der merkt sich auch den eigenen Namen, den man genannt hat und gibt den wieder etc., das funktioniert alles wunderbar. Aber bei unseren Anfragen, die sind doch sehr nischig, sehr spezialisiert, da hat die KI gar nicht gelernt, bisher gar nicht lernen können, darauf zu reagieren, denn das kommt so im Internet selten vor: Übertragung eines Textes in Blindenschrift, da gibt es dann oft viel Beratung, wie viel passt auf so eine Seite, müssen wir vielleicht Text kürzen, kann man das so oder so umsetzen, verwenden die Lesenden die Kurzschrift, verwenden sie Vollschrift usw. Bei sowas, da hat die KI überhaupt keinen Begriff davon. Das müssen wir wirklich machen. Ich glaube, das wird auch so bleiben. Ganz abgesehen davon, dass es ja oft auch dann nebenbei darum geht: Ja, wie ist denn das jetzt, seit kurzem erst Sehverlust, und das Blindenschriftlernen? Macht zwar Spaß, aber ist manchmal ein bisschen mühsam und so. Also all diese Zwischentöne, die KI lernt gerade auch viel Empathie, aber ich glaube, ganz so gut wird sie nie sein.

Müller: Das ist schön, dass es dann bei uns doch beim Menschlichen bleibt. Wie können denn Mitglieder des BBSB von deiner Tätigkeit als IT-Berater profitieren?

Pavkovic: Ganz praktisch geht es, indem ein Anruf genügt oder eine E-Mail und es können wirklich Fragen zu allen möglichen Programmen Anwendungen, also Apps oder auch Geräten sein, Computer, Tablets, Smartphones. Und wenn es eine Software ist, wo zum Beispiel vielleicht jetzt ein Update reingekommen ist am Arbeitsplatz oder privat, und die Software ist nicht mehr so wie früher, man hat eine bestimmte Kurztastenabfolge gedrückt und die funktioniert jetzt nicht mehr, dann genügt ein Anruf oder eine Mail. Wenn ich die Software selber erstmal nicht kenne, weil das z. B. eine spezielle Unternehmensanwendung ist, muss ich mich manchmal auch erst einarbeiten, schlau machen oder vielleicht sogar so eine Testversion mal installieren und ausprobieren, wie es geht, um es dann zu erklären.

Müller: Und für heute eine abschließende Frage: Gibt es Aufträge oder Anfragen aus deiner Arbeit, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

Pavkovic: Besonders in Erinnerung geblieben ist mir von dem, was wir selber so produzieren, ein Fortsetzungsroman, das ist jetzt ungefähr acht Jahre her, mit dem schönen Titel „Unter blutrotem Himmel“. Da geht es um einen jungen Italiener gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, der durch verschiedene Verwicklungen zum Fahrer eines deutschen Generals wird, also eines Besatzergenerals, und gleichzeitig sich als Spion im italienischen Widerstand betätigt. Nachher geschehen auch sehr tragische Dinge gegen Kriegsende, da verliert er durch ein verhängnisvolles Missverständnis seine Partnerin und dergleichen mehr. Das hat mich sehr berührt, eben dieses Schicksal, das auf einer wahren Begebenheit beruht. Und das konnte ich dann in ganz anderen Zusammenhängen auch wieder gut brauchen. Das ist also aus den eigenen Aufträgen etwas, was mir sehr in Erinnerung geblieben ist. Und von Aufträgen von Kunden fand ich besonders bewegend eine Sammlung von Grußworten, von schönen Texten zum runden Geburtstag eines blinden Mannes, dessen Ehefrau, die sehend ist, hat es in Auftrag gegeben und es ist so eine schöne Geschichte gewesen, weil sich da viele, viele Dutzend Bekannte, Verwandte und so weiter dann eingebracht haben mit Texten, persönlichen Erinnerungen, Gedichten, alles Mögliche war das. Das wurde eine richtig schöne große Familienfestschrift zu diesem Runden Geburtstag.

Müller: Aleksander, dann sage ich vielen Dank für die ganzen Auskünfte.

Damit sind wir am Ende der Folge 3 zum Jubiläum des BIT-Zentrums angelangt. Die Menschen hinter der Arbeit Teil 1, und es wird natürlich auch einen Teil 2 dieser Folge geben. Seien Sie gespannt, er erscheint in einer der folgenden Ausgaben der Bayernrundschau.

BIT-Aktuell

Juli 2026

Exklusiv zum 40. Geburtstag des BIT-Zentrums gibt es im Jubiläumsmonat Juli nochmals 40 % Rabatt auf alle Titel in diesem BIT-Aktuell. Gültig bis 31. Juli 2026.

Swann, Leonie: Glennkill. Ein Schafskrimi

Eines Morgens liegt der Schäfer George Glenn leblos im irischen Gras, ein Spaten ragt aus seiner Brust. Die Schafe von George sind entsetzt: Wer kann den alten Schäfer umgebracht haben? Und warum? Miss Maple, das klügste Schaf der Herde, beginnt sich für den Fall zu interessieren. Sprecher: Martin Mayrhofer

Best.-Nr.: A00382-Y1DAISY-Hörbuch, 701 Min., 1 CD: 29,00 €

Spratte, Annette: Blumen im Schuh

Wenn eine konservative Buchhalterin bei einer freiheitsliebenden Sozialarbeiterin einzieht, fliegen die Fetzen … Als Elisabeth ihren Mann beim Ehebruch ertappt, zerbricht ihre Welt in tausend Scherben. Ihr Zufluchtsort ist der abgeschiedene Bauernhof ihrer verrückten Schwägerin Anja, denn dort wird ihr Mann sie garantiert nicht vermuten. Zwischen herzlichem Chaos, bedingungsloser Annahme, Teenie-Dramen und unkonventioneller Lebensgestaltung findet Elisabeth allmählich wieder zu sich selbst. Sprecher: Tilman Reuss

Best.-Nr.: A12819-Y1DAISY-Hörbuch, 823 Min., 1 CD: 39,00 €

Heyden, Florian: Walter Ulbricht. Mein Urgroßvater

Walter Ulbricht gilt als einer der bedeutendsten Politiker des geteilten Deutschlands. Als hochrangiger Funktionär und Vorsitzender des Staatsrats der DDR verehrten, belächelten oder hassten ihn die Menschen. Wer war der Mensch hinter dem Politiker? Neugierig, wer sein Urgroßvater wirklich war, begibt sich Florian Heyden auf Spurensuche, taucht tief ein in Walters Jugend, seinen Aufstieg in der KPD und sein Exil in Moskau. Ein nie dagewesener Blick auf die bis heute geheim gehaltene Geschichte des mächtigsten Mannes der DDR. Sprecher: Hubertus Alexander Wolf

Best.-Nr.: A11167-Y1DAISY-Hörbuch, 932 Min., 1 CD: 29,00 €

Philipps, Carolin: Luise – Die Königin und ihre Geschwister

Jung, anmutig und strahlend schön, gilt Luise von Preußen bis heute als die beliebteste deutsche Königin aller Zeiten. Doch wenig ist bislang über Luises Geschwister bekannt. Carolin Philipps erzählt die Biografien der vier Schwestern und ihrer beiden Brüder als eine große dramatische Familiengeschichte, einfühlsam und dabei historisch genau. Sprecherin: Annaserena Bikafalvi Máthé

Best.-Nr.: A05538-Y1DAISY-Hörbuch, 969 Min., 1 CD: 39,00 €

Wertheim, Anne-Ruth: Das Gänsespiel (Lesealter: 9–16 Jahre). Meine Kinderjahre im Internierungslager auf Java

Anne-Ruth Wertheim wird 1934 als Kind einer niederländischen Familie in Jakarta geboren. Nach dem Einmarsch der japanischen Truppen 1942 wird quasi die gesamte niederländische Bevölkerung in Internierungslagern festgesetzt. Die jüdischen Insassen, nach Vorbild der Nazi-Ideologie, in separaten Lagern. So auch Familie Wertheim, denn der Vater ist jüdischer Abstammung. Mit ihren Geschwistern hält Anne-Ruth den Lageralltag in Miniaturzeichnungen fest. Sprecherin: Annaserena Bikafalvi Máthé

Best.-Nr.: A12895-Y1DAISY-Hörbuch, 54 Min., 1 CD: 9,00 €

Schießler, Rainer M.: Liebe – notwendiger denn je! Pulsschlag für alle Lebenslagen

„Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei“, heißt es bei Paulus, „doch am größten unter ihnen ist die Liebe“. Und sie ist wohl notwendiger denn je, immerhin sehen wir aktuell alles andere als liebevolles Miteinander in der Welt. In seinem dritten und finalen Teil, in dem er die Bibel auf ihre Lebenstauglichkeit befragt, schaut Rainer Maria Schießler auf diese Urkraft, die im Menschen so facettenreich wirkt. Warum ist die Liebe größer als Hoffnung oder Glaube? Was tun wir alles aus Liebe? Sprecher: Hubertus Alexander Wolf

Best.-Nr.: A12948-Y1DAISY-Hörbuch, 550 Min., 1 CD: 29,00 €

Riedl, Matthias u. a.: Die Ernährungs-Docs – Gesund abnehmen mit der Anti-Entzündungs-Formel

Sie haben schon öfter versucht, überschüssige Pfunde loszuwerden, haben aber langfristig keinen Erfolg? Das liegt nicht unbedingt an mangelnder Disziplin. Eventuell stecken stille Entzündungen dahinter, die eine erhebliche Rolle bei Übergewicht spielen. Die Ernährungs-Docs haben ein Programm entwickelt, bei dem Sie sich mit den besten antientzündlichen Lebensmitteln dauerhaft schlank essen können. Das Ergebnis: eine schlanke Linie – und mehr Wohlbefinden und Gesundheit! Sprecherin: Karin May

Best.-Nr.: A12950-Y1DAISY-Hörbuch, 318 Min., 1 CD: 19,00 €

Riedl, Matthias u. a.: Die Ernährungs-Docs – Unsere große Nährstoff-Küche. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente: So sind Sie optimal versorgt

Wir brauchen mehr als Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Die sogenannten Mikronährstoffe, also Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, halten uns gesund und gut gelaunt, indem sie vor allem das Immunsystem und die Zellen, aber auch die Seele stärken. Die winzigen Fitmacher sind entscheidend, wenn es darum geht, die eigene Ernährung zur wirkungsvollen Medizin zu machen, denn der Körper kann die bunte Super-Truppe größtenteils nicht selbst herstellen. Sprecher: Peter Unglert

Best.-Nr.: A12787-Y1DAISY-Hörbuch, 390 Min., 1 CD: 29,00 €

Kontakt und Bestelldaten:

Tel.:089 55988-136 (Herr Färber)

089 55988-144 (AB)

Fax:089 55988-336

Mail:bit-bestellservice@bbsb.org

Internet:www.bit-zentrum.bbsb.org

Post:BBSB e. V. – BIT-ZentrumArnulfstr. 22, 80335 München

Nachrichten aus dem AURA-HOTEL Saulgrub

Veranstaltungen

Folgende Veranstaltungen empfiehlt das AURA-HOTEL.

Führhundehalter-Wanderwoche

365 Tage ist er im Dienst, Ihr zuverlässiger Führhund. Wir finden, Ihr vierbeiniger Liebling hat auch mal Urlaub verdient. Gemeinsam mit Gleichgesinnten wollen wir die Hunde in den Fokus stellen und ihnen eine gute Zeit bereiten. Wir unternehmen schöne Wanderungen durch die herrliche Natur in der Region, bei denen die Hunde auch mal frei laufen dürfen und ihren Spaß haben. Im Angebot enthalten ist eine 1:1-Begleitung für Frauchen bzw. Herrchen, alle Transfers zu den Wanderzielen, separate Hundedusche, Decke und Napf für Ihren treuen Begleiter auf dem Zimmer.

Buchbar vom 5. bis 12. September 2026.

Es gelten die aktuellen Hotelpreise 2026 zzgl. 445 Euro Teilnahmegebühr.

Leitung: AURA-HOTEL Gästebetreuung.

Wandern auf dem Meditationsweg, Etappe 2 Ammergau

Machen Sie sich auf den Weg und begeben Sie sich Schritt für Schritt auf eine Pilgerreise zu sich selbst. Vorbei an Kirchen, Kapellen, historischen Orten und einzigartigen Naturschönheiten schlängelt sich der meditative Wanderweg durch das hügelige Voralpenland. Die einzelnen Stationen laden ein zum Innehalten und Verweilen. Dabei tauchen Sie ein in die Geschichte, entdecken die Wurzeln der Plätze und kommen sich selbst mit jedem Schritt näher. Mit meditativen Impulsen und passenden Körperübungen werden die täglichen Wanderungen zu einem besonders intensiven Erlebnis. Im September erleben wir die ersten sieben Stationen des Meditationsweges in den Ammergauer Alpen. Die Reise beginnt an der Wieskirche bei Steingaden und führt bis zum Hörnle. In der Gleichmäßigkeit des Gehens finden Sie auf dem Meditationsweg zur inneren Ruhe, können vom Alltag abschalten und sich auf Ihr Selbst besinnen. Die Tagestouren haben jeweils eine Länge zwischen 10 bis 15 Kilometern. Das Angebot beinhaltet unseren Begleitservice und alle Bustransfers.

Buchbar vom 12. bis 19. September 2026.

Es gelten die aktuellen Hotelpreise 2026 zzgl. 445 Euro Teilnahmegebühr.

Leitung: AURA-HOTEL Gästebetreuung.

Hopfen und Malz, unser Bierseminar

„Ein Prosit der Gemütlichkeit“, ein Ausspruch, den viele mit der bayerischen Lebensart verbinden. Wir wollen das genauer unter die Lupe nehmen und uns mit dem beliebten und süffigen Gerstensaft beschäftigen. Die Kombination aus Unterhaltung, Einblicke in die Braukunst und natürlich dem Genuss feiner Biere wird zu einem unvergesslichen Erlebnis für jeden Bierliebhaber und diejenigen, die es werden wollen. Auf dem Programm stehen Führungen durch die Klosterbrauerei Ettal und das Schlossbrauhaus Schwangau. Dort, am Fuße von Neuschwanstein, wird es einen Bayerischen Abend mit einem Drei-Gänge-Menü geben, und wir kommen bei einem Tasting auch in den Genuss der unterschiedlichen Brauprodukte. „In München steht ein Hofbräuhaus“ und wir sind mittendrin im urigen Hotspot der bayerischen Bierkultur. Genießen Sie das besondere Flair. Bei einem Bierseminar im Griesbräu Murnau lernen wir Interessantes über die verwendeten Rohstoffe und die Herstellung der verschiedenen Biersorten. In lockerer Atmosphäre testet dann der Bier Experte bei einer zünftigen Brotzeit Ihr Wissen. In einer Erlebnisdestillerie erwartet uns ein interessanter Einblick, wie handverlesene Früchte aus den besten Anbaugebieten in hochwertige Edeldestillate verwandelt werden. Natürlich gibt es auch Gelegenheit zum Probieren. Als Krönung unserer Themenwoche spielt die Musi auf, und wir schenken Ihnen beim Abschlussabend in unserem Bierstüberl kräftig ein.

Buchbar vom 19. bis 26. September 2026.

Es gelten die aktuellen Hotelpreise 2026 zzgl. 483 Euro Teilnahmegebühr.

Leitung: AURA-HOTEL Gästebetreuung.

A wuide Woch: Wald, Wild, bayerische Lebensart

Der Herbst wird wild: Bei einer exklusiven Waldwanderung mit einem Ranger des Naturparks Ammergauer Alpen lernen sie den Lebensraum von Fuchs, Hirsch und Co. besser kennen, und im Wildpark Poing erleben wir dann die heimischen Tiere ganz aus der Nähe. Im Klösterle-Museum in Peiting widmen wir uns dem interessanten Thema Jagd und Fischerei, und am Abend können Sie im Schützenhaus Saulgrub beim blindengerechten Schießen selbst Ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen. Zünftig geht es dann im Murnauer Griesbräu bei einem Bierseminar mit anschließender Brotzeit zu. Außerdem erfahren sie in Garmisch-Partenkirchen bei der Führung „Gschichterln rund ums boarische Gwand“, wie aus der Haut des Hirsches eine typisch krachlederne Hose wird. Abgerundet wird die Themenwoche mit einem kulinarischen Highlight. Unsere Küche serviert Ihnen bei einem stimmungsvollen Candlelight-Dinner eine Auswahl an heimischen Wildspezialitäten.

Buchbar vom 26. September bis 3. Oktober 2026.

Es gelten die aktuellen Hotelpreise 2026 zzgl. 427 Euro Teilnahmegebühr.

Leitung: AURA-HOTEL Gästebetreuung.

Leichtes Wandern auf den Themenwegen im Oberland

Unsere Region bietet vielfältige abwechslungsreiche Themenwege, wie Naturerlebnispfade, historische Routen und interaktive Erlebniswege. Hier gibt es viel zu entdecken. Genießen Sie unvergessliche Naturerlebnisse kombiniert mit Wissen und Geschichte. Die Tourenlängen betragen jeweils bis zu zwölf Kilometer und beinhalten teilweise leichte Anstiege, daher ist eine gewisse Grundkondition erforderlich. Das Angebot beinhaltet unseren Begleitservice und alle Bustransfers.

Buchbar vom 3. bis 10. Oktober 2026.

Es gelten die aktuellen Hotelpreise 2026 zzgl. 445 Euro Teilnahmegebühr.

Leitung: Aua-HOTEL Gästebetreuung.

Mit allen Sinnen riechen, schmecken, fühlen und hören

Wir entführen Sie auf eine sinnliche Reise durch die Region. Lassen Sie sich unter anderem feinste Genüsse in der Chocolaterie auf der Zunge zergehen. Erfahren Sie Wissenswertes über den goldenen Gerstensaft bei einem Bierseminar und stellen Sie nach einer Führung bei Primavera Ihr persönliches Hautöl her. Außerdem wandern wir durch die faszinierende Welt der Kräuter in Partenkirchen, in der Café-Rösterei und bei einer geselligen Weinprobe direkt in unserem Haus, erleben Sie eine wahre Explosion der verschiedenen Aromen.

Buchbar vom 10. bis 17. Oktober 2026.

Es gelten die aktuellen Hotelpreise 2026 zzgl. 340 Euro Teilnahmegebühr.

Leitung: AURA-HOTEL Gästebetreuung.

Neu: Biorhythmisch leben für Fortgeschrittene

Sie wissen, dass Sie die Akkus Ihrer Hilfsmittel im Blick haben und sie auch aufladen müssen, damit Sie sie immer zur Verfügung haben. Im Einsteigerseminar zum besseren Leben mit dem eigenen Biorhythmus haben Sie auch schon die ersten Tools erworben, um auch für Ihre inneren Energiespeicher zu sorgen. Sie wissen, dass auch diese regelmäßig geladen werden müssen, damit Sie dem Alltag mit Kraft, Energie und Freude standhalten und sich auf Ihre körperlichen Ressourcen verlassen können. Aber funktioniert das immer und überall? Fallen Sie oft doch wieder in die alten Muster zurück, die Sie von den Bedürfnissen Ihres Körpers immer wieder entfernen? Machen Sie sich keine Sorgen. Das innere Uhrwerk immer wieder richtig zu stellen, braucht viel Erfahrung und Übung. In diesem Seminar tauchen wir noch tiefer in die Geheimnisse rund um Ihre inneren Uhren ein. Holen Sie sich einen weiteren Schlüssel zu mehr Leichtigkeit, Kreativität, Lebensfreude und Leistungsfähigkeit.

Buchbar vom zwölften bis sechzehnten Oktober 2026.

Es gelten die aktuellen Hotelpreise 2026 zzgl. 385 Euro Teilnahmegebühr.

Leitung: Nina Schweppe, chronobiologischer Coach mit Schwerpunkt Schlaf, Ernährung und Biorhythmus.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und Preisen finden Sie auf www.aura-hotel.de/veranstaltungen.

Nähere Informationen und Anmeldung bei

AURA-HOTEL Saulgrub gGmbHAlte Römerstraße 41–43, 82442 SaulgrubTelefon 08845 99-0, Fax 0884599-121E-Mail: info@aura-hotel.deInternet: www.aura-hotel.de

Aktuelle Neuigkeiten über das AURA-HOTEL Saulgrub erfahren Sie auch immer über den Newsletter, Telefon: 08845 99366.

Damit sind wir am Ende dieser Ausgabe angelangt. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden, an meine Interviewpartner und an alle, die mir Informationen und Beiträge schicken. Wenn Sie auch Informationen oder Beiträge für unser Vereinsmagazin haben, melden Sie sich gerne bei mir, entweder unter der E-Mail-Adresse bayernrundschau@bbsb.org oder rufen Sie mich an: 09131 39274.

Bis zum Wiederhören im September wünsche ich Ihnen eine gute Zeit mit erholsamen Urlaubs- und Ferientagen.

Es grüßt Sie herzlich,Ihre Jutta Winter.

Über diesen Podcast

Die Bayernrundschau ist das Mitgliedermagazin des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e. V. und steht Ihnen hier als Podcast zur Verfügung.

von und mit BBSB e. V.

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